Die Geschichte Auerhahn 1914-1990

So ging es weiter

Zwischenzeitlich waren die Pläne zur Aufstauung des Schluchsees bekannt und damit war ausgeschlossen, dass das neue Hofgut „Ronihof“ (Hof- und Ökonomiegebäude mit dazugehöriger Gastwirtschaft „Auerhahn“) am gleichen Ort wie der alte „Auerhahn“ errichtet werden konnte; das neue Gebäude wäre im Schluchsee ertrunken. Deshalb wurde in nur geringer Entfernung vom alten Standort, sozusagen an der gegenüberliegenden Straßenseite, mit dem Wiederaufbau 1924 begonnen. 1926 war dann auch die 2. Generation des „Ronihof“ mit dem „Auerhahn“ fertiggestellt, ein ebenfalls sehr stattliches Gebäude.

Die alten Steine des 1914 abgebrannten großen Hofguts „Ronihof“ sind noch heute am Ufer des aufgestauten Schluchsees, unterhalb des neuen Hauses, zu sehen. Das oberhalb der Straße neuerstellte Hofgut mit dem Gasthaus „Auerhahn“ wurde erstmals an Artur Weißhaar aus Bonndorf verpachtet. Das Gasthaus mit Pension wurde am 1. Mai 1926 eröffnet. Am 6. April 1934 wurden weitere Baupläne für den Anbau eines Speisesaals genehmigt. 1950 wurde das gesamte Anwesen (Hofgut mit „Auerhahn“) an Erwin Schwörer verpachtet.

Nachdem Schwörer 1955 aus dem Pachtvertrag ausstieg, folgte Willi Kapferer als Pächter für den „Auerhahn“ bis 1959. Danach übernahm sein Schwiegersohn Albert Ebner den Pachtvertrag bis 1967.

Fritz Stoll folgte als Pächter. 1970 kauften er und seine Frau den „Auerhahn“ vom Land Baden-Württemberg, Staatsforstverwaltung. Lange Freude hatte er allerdings nicht daran, denn schon im Mai 1977 wurde das Seehotel „Auerhahn“ wieder ein Raub der Flammen.

Am 13. August 1979 kaufte dann Meinrad Tröndle die Brandruine des „Auerhahn“. Er war ein Urenkel von Karolina Bernauer, der Zwillingsschwester des Johann Bernauer, der im Jahre 1864 den „Ronihof“ mit dem Gasthaus „Auerhahn“ an das großherzogliche Forstamt verkaufte.

So ging nach 115 Jahren ein wunderschöner Grundbesitz wieder an die Familie zurück, den schon vor 205 Jahren der Urvater Hieronymus Rogg erworben hatte.

Das Restaurant „Tannenzäpfle“ befindet sich im Wellnesshotel Auerhahn am Schluchsee. Kommen Sie vorbei und genießen Sie feines Essen mit Ausblick auf den Schluchsee!

Auerhahngelände 1929

Skizze des Auerhahngeländes in AHA von 1929. Sie zeigt die für 1932/33 zu erwartende Seestaulinie des aufgestauten Schluchsee und belegt, dass der 1914 niedergebrannte „Auerhahn“ im Schluchsee ertrunken wäre. Der neue „Ronihof“ mit dem Gasthaus zum „Auerhahn“ wurde deshalb nicht exakt an der alten Brandstätte, sondern wenige Meter davon entfernt neu errichtet. 

Grundbuchamt

Schreiben vom Grundbuchamt Schluchsee an das Bad. Bezirksamt Neustadt i. Schw. vom 10.11.1927.

„…Das abgebrannte Auerhahngebäude stand auf dem Grundstück Lgb Nro.37 a, das neu erstellte Auerhahngasthaus steht auf dem Grundstück Lgb Nro.35. Auf dem nicht überstaut werdenden Teil des Grundstücks Lgb Nro.37 a, auf dem das alte Auerhahnwirtshaus errichtet war, konnte das neue Gebäude deshalb nicht erstellt werden, weil die noch übrig bleibende Restfläche, des Grundstücks Lgb Nro. 37 a nur etwa 50-60 cm über dem künftigen Seespiegel liegt und daher die Grundmauern und die Keller des Gebäudes unter Wasser zu liegen gekommen wären.“ 

Auerhahn 1977

Der 1926 wiedererbaute und im Oktober 1977 niedergebrannte „Ronihof“ mit dem „Auerhahn“ der zweiten Generation, um 1930. 

Auerhahn 1934

Die Lage des „Auerhahn“ der zweiten Generation am aufgestauten Schluchsee. Im Hintergrund links der kleine Bauernhof von Aha, rechts am See das kleine Bootshaus des Hotels mit der Angelstelle, um 1934. 

Auerhahn 1937

Der „Auerhahn“ der zweiten Generation mit Strandbad und Bootsanlegestelle, um 1937. Zu dieser Zeit war das Gasthaus schon in Teilbereichen baulich erweitert. Zu erkennen ist das an den vergrößerten Dachgauben und dem – hinten rechts – angebauten großen Speisesaal. 

Auerhahn mit Speisesaal 1972

Der „Auerhahn“ um 1972 mit Speisesaal und Gartenwirtschaft. Vorne sieht man das Hotelgebäude mit dem Restaurant und der Gartenwirtschaft. Im Hintergrund ist das Ökonomiegebäude.

Auerhahn 1972

Der „Auerhahn“ unweit von seinem ehemaligen Standort gegenüber der Straße, um 1972. Das kleine Bootshaus mit der Bootsvermietung wurde nicht mehr betrieben, ebenso die Landwirtschaft.